Corpus CampusPflegeschule in Gründung · Dortmund
Ratgeber

Gut vorbereitet in die Pflege

Tipps für deinen Weg in die Pflegeausbildung: von der Bewerbung über Geld und Sprache bis zum ersten Tag im Einsatz. Ehrlich, verständlich und mit Links zu offiziellen Quellen.

Bewerbungstipps

So überzeugt deine Bewerbung

  • Sei ehrlich: Erzähl, warum du in die Pflege willst. Eine persönliche Erfahrung sagt mehr als fertige Floskeln.
  • Kurz und klar: Ein Lebenslauf mit Lücken ist kein Drama. Schreib kurz dazu, was du in der Zeit gemacht hast.
  • Erfahrung zählt: Familie gepflegt, ehrenamtlich geholfen, im Service gearbeitet? Das gehört in die Bewerbung.
  • Sprachen nennen: Jede Sprache, die du sprichst, ist in der Pflege ein Plus.
  • Fragen vorbereiten: Im Gespräch darfst und sollst du selbst fragen, zum Beispiel nach Einsätzen und Anleitung.
Besprechungsraum der Corpus Callosum GmbH mit langem Holztisch
Hier finden auch Kennenlerngespräche statt (eigenes Foto)
Vorbereitung

Die Zeit bis zum Start gut nutzen

Praktikum machen

Ein paar Tage in einem Pflegedienst, Heim oder Krankenhaus zeigen dir, wie der Alltag wirklich aussieht. Frag gern bei uns nach.

Deutsch üben

Jeden Tag ein bisschen: Nachrichten in einfacher Sprache, Podcasts, Gespräche. Fachwörter kommen in der Ausbildung dazu.

Papiere sortieren

Zeugnisse, Ausweis, Impfausweis: Leg dir eine Mappe an. Unsere Checkliste hilft dabei.

Grundlagen auffrischen

Etwas Biologie zum Aufbau des Körpers und Prozentrechnen für Medikamente helfen beim Einstieg. Schulbücher oder Lernvideos reichen völlig.

Alltag planen

Wie kommst du zur Schule und zu deinen Einsätzen? Wer hilft bei der Kinderbetreuung im Schichtdienst? Früh planen nimmt Stress raus.

Erste Hilfe

Ein Erste-Hilfe-Kurs ist eine gute Vorbereitung und gibt dir Sicherheit in Notfällen.

Lerntipps

Lernen, das hängen bleibt

  • Mit Fällen lernen: Verknüpfe Theorie mit Menschen, die du im Einsatz erlebt hast. Ohne Namen, die Schweigepflicht gilt immer.
  • Karteikarten: Fachbegriffe auf Deutsch, auf die Rückseite die Erklärung, gern auch in deiner Sprache.
  • Kleine Portionen: 25 Minuten lernen, 5 Minuten Pause. Lieber jeden Tag ein bisschen als alles am Wochenende.
  • Lerngruppe: Erkläre anderen, was du gelernt hast. So merkst du schnell, was noch fehlt.
  • Fragen sammeln: Schreib im Einsatz auf, was du nicht verstanden hast, und frag in der Schule nach.
  • Pausen ernst nehmen: Schlaf, Bewegung und Freizeit sind Teil des Lernens.
Kaffeebar mit Barhockern und Pflanzen bei der Corpus Callosum GmbH
Pausen gehören dazu (eigenes Foto)
Geld und Förderung

Was du bekommst und was es an Hilfen gibt

Die wichtigsten Grundlagen. Ob eine Hilfe in deinem Fall passt, entscheidet immer die zuständige Stelle. Wir zeigen dir, wo du fragen kannst.

Ausbildungsvergütung

Du zahlst kein Schulgeld. Während der gesamten Ausbildung bekommst du eine Vergütung von deinem Träger der praktischen Ausbildung. Viele Betriebe zahlen nach Tarif. Die genaue Höhe steht in deinem Ausbildungsvertrag.

Quelle: PflBG § 19, Infos: pflegeausbildung.net

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Wenn du während der Ausbildung nicht bei deinen Eltern wohnst, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen BAB von der Agentur für Arbeit bekommen. Die Pflegeausbildung ist förderfähig.

Infos und Rechner: arbeitsagentur.de/bab

BAföG

Für die Pflegeausbildung mit Vergütung gibt es in der Regel kein Schüler-BAföG. Für spätere Fortbildungen, zum Beispiel zur Leitung, kann das Aufstiegs-BAföG infrage kommen.

Infos: bafög.de und aufstiegs-bafoeg.de

Kindergeld und Wohngeld

Deine Eltern können für dich während der Ausbildung in der Regel bis zum 25. Geburtstag Kindergeld bekommen. In manchen Fällen ist auch Wohngeld möglich, wenn kein Anspruch auf BAB besteht.

Infos: Familienkasse und Stadt Dortmund

Umschulung und Neustart

Du bist schon berufstätig oder arbeitssuchend? Dann lass dich vor dem Start bei der Agentur für Arbeit oder deinem Jobcenter beraten. Auch als Umschülerin oder Umschüler bekommst du eine Ausbildungsvergütung.

Infos: arbeitsagentur.de

Ticket für Bus und Bahn

Mit dem Deutschlandticket fährst du in ganz Deutschland mit Bus und Bahn. Frag deinen Ausbildungsbetrieb, ob er einen Zuschuss zahlt.

Infos: DSW21

Sprache

Deutsch auf Niveau B2

Unterricht, Dokumentation und Prüfung sind auf Deutsch. Üblich ist für den Start mindestens Niveau B2. Auch für die spätere Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung brauchst du die nötigen Deutschkenntnisse.

  • Anerkannte Zertifikate gibt es zum Beispiel vom Goethe-Institut, von telc und vom ÖSD. Es gibt auch Prüfungen speziell für die Pflege.
  • Kurse bieten zum Beispiel die Volkshochschule Dortmund und andere Sprachschulen an. Berufssprachkurse werden unter Umständen gefördert.
  • Unser Team spricht Türkisch, Kurdisch, Arabisch und weitere Sprachen und hilft dir bei Fragen.

Infos zu Berufssprachkursen: BAMF

Typische Pflege-Wörter zum Start

die VitalzeichenPuls, Blutdruck, Atmung, Temperatur
die Mobilisationeinem Menschen helfen, sich zu bewegen
die ÜbergabeInfos an die nächste Schicht weitergeben
die Dokumentationaufschreiben, was du beobachtet und getan hast
die Prophylaxevorbeugen, zum Beispiel gegen Druckgeschwüre oder Stürze
Wohnen in Dortmund

Ankommen in Dortmund

Der Schulort liegt in der Oesterholzstraße in der Nordstadt, nah an der Innenstadt und gut mit Bus und Bahn erreichbar. Einige Tipps für den Start:

  • Früh suchen: Zimmer in Wohngemeinschaften und kleine Wohnungen sind gefragt. Plane ein paar Monate Vorlauf ein.
  • Anmelden: Nach dem Umzug meldest du dich innerhalb von zwei Wochen beim Bürgerdienst der Stadt an.
  • Wohnberechtigungsschein: Mit geringem Einkommen kannst du bei der Stadt einen Wohnberechtigungsschein für geförderte Wohnungen beantragen.
  • Mobil sein: Deine Einsätze können in der ganzen Region liegen. Bus, Bahn und Deutschlandticket helfen.

Infos: dortmund.de

Menschen sitzen im Sommer am Hafen in der Dortmunder Nordstadt
Hafen in der Nordstadt. Foto: Lucas Kaufmann, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Erster Einsatz

Dein erster Tag in der Praxis

Aufgeregt? Das ist normal. Niemand erwartet, dass du am ersten Tag alles kannst.

Vorher klären

Wann und wo geht es los, wer ist deine Ansprechperson, gibt es Dienstkleidung? Frag lieber einmal mehr.

Zuschauen und mitmachen

Am Anfang begleitest du erfahrene Kolleginnen und Kollegen. Schritt für Schritt übernimmst du selbst Aufgaben, mit Anleitung.

Schweigepflicht

Alles, was du über Patientinnen, Patienten und Bewohner erfährst, bleibt im Team. Auch in Chats und sozialen Medien.

Hygiene

Händedesinfektion ist der wichtigste Handgriff in der Pflege. Kurze Nägel, kein Schmuck an Händen und Unterarmen.

Grenzen ansprechen

Etwas fühlt sich unsicher an oder belastet dich? Sag es deiner Praxisanleitung oder uns. Dafür sind wir da.

Ausbildungsnachweis

Lass Einsätze und Anleitungen regelmäßig eintragen und unterschreiben. Das ist wichtig für die Zulassung zur Prüfung.

Glossar

Wichtige Begriffe einfach erklärt

Generalistische Ausbildung
Eine gemeinsame Pflegeausbildung für alle Altersgruppen und Bereiche statt der früheren getrennten Ausbildungen in Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege.
Träger der praktischen Ausbildung
Der Betrieb, mit dem du den Ausbildungsvertrag schließt und der deine Vergütung zahlt, zum Beispiel ein Pflegedienst, Pflegeheim oder Krankenhaus.
Pflegeschule
Der Ort für den theoretischen und praktischen Unterricht. Sie trägt die Gesamtverantwortung für die Abstimmung von Schule und Praxis.
Praxisanleitung
Erfahrene Pflegefachkräfte mit Zusatzqualifikation, die dich im Einsatz gezielt anleiten.
Praxisbegleitung
Lehrkräfte der Pflegeschule besuchen dich während der Einsätze und unterstützen dich und den Betrieb.
Orientierungseinsatz
Dein erster Praxiseinsatz beim eigenen Ausbildungsbetrieb zum Ankommen und Kennenlernen.
Pflichteinsatz
Vorgeschriebene Einsätze in Akutpflege, Langzeitpflege, ambulanter Pflege, Pädiatrie und Psychiatrie.
Vertiefungseinsatz
Der längste Einsatz im letzten Drittel der Ausbildung, in dem du dich auf einen Bereich spezialisierst.
Kompetenzbereiche
Die fünf großen Themenfelder des Unterrichts, zum Beispiel Pflegeprozesse oder Kommunikation.
Ausbildungsnachweis
Ein Heft oder Dokument, in dem deine Einsätze und Anleitungen festgehalten werden.
Pflegeprozess
Der Kreislauf aus Informationen sammeln, planen, durchführen und bewerten. Diese Aufgabe ist Pflegefachkräften gesetzlich vorbehalten.
Vorbehaltene Tätigkeiten
Aufgaben, die nach dem Pflegeberufegesetz nur Pflegefachkräfte übernehmen dürfen, zum Beispiel die Pflegeplanung.
Grundpflege und Behandlungspflege
Grundpflege meint Hilfe bei Körperpflege, Essen und Bewegung. Behandlungspflege meint ärztlich verordnete Maßnahmen wie Verbandswechsel oder Medikamente.
Zwischenprüfung
Eine Standortbestimmung nach zwei Jahren. Sie entscheidet nicht über das Weitermachen.
Staatliche Prüfung
Die Abschlussprüfung mit schriftlichem, mündlichem und praktischem Teil.
Staatliche Anerkennung
Die behördliche Genehmigung, die eine Pflegeschule braucht, bevor sie ausbilden darf. Für Corpus Campus liegt sie noch nicht vor.
PflBG und PflAPrV
Das Pflegeberufegesetz und die dazugehörige Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Hier steht alles Wichtige zur Ausbildung.
Niveau B2
Eine Stufe des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Mit B2 kannst du dich in Alltag und Beruf gut verständigen.
Erweitertes Führungszeugnis
Ein amtliches Dokument über Vorstrafen, das du beim Bürgerdienst oder online beim Bundesamt für Justiz beantragst.
Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie
Therapieberufe für Alltagsfähigkeiten, Bewegung sowie Sprache und Schlucken. Alle drei gibt es bei der Corpus Callosum GmbH.

Noch Fragen?

Schreib uns oder ruf an. Wir helfen dir gern weiter, auch bei Fragen, die hier nicht stehen.

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